Deutsche Aktienkäufer vertrauen Medien mehr als Banken und Sparkassen

Seit der Banken- und Finanzkrise ist das Vertrauen deutscher Anleger sowohl in Aktien und als auch in Banken nachhaltig gestört. Dies offenbart die Studie „Verhalten und Präferenzen deutscher Aktionäre“ der Ruhr Universität Bochum, die in Kooperation mit der Deutschen Post DHL, dem Deutschen Aktieninstitut und dem DIRK Deutscher Investor Relations Verband durchgeführt wurde. Für die Studie wurden 25.000 Privatanleger sowie rund 900 institutionelle Investoren zu ihrem Informationsverhalten, ihrer Dividendenpräferenz und der Bedeutung des Stimmrechts befragt.

Verhalten der Bankmitarbeiter hat Ruf der Finanzbranche nachhaltig beschädigt

Obwohl die Aktienkurse seit 2009 deutlich gestiegen sind, haben viele Privatanleger weiterhin Vorbehalte gegenüber Aktien. Wer Aktien kauft, verfolgt zudem vornehmlich eine langfristige Strategie zum Vermögensaufbau.

Anleger, die einen Aktienkauf planen, lesen zwar auch Geschäfts- und Zwischenberichte der börsennotierten Unternehmen. Die bedeutendste Informationsquelle jedoch ist laut Studie die Presse. Informationen aus Wirtschaftspresse und Fernsehen sind laut der befragten Studienteilnehmer am aktuellsten, verständlichsten und vertrauenswürdigsten. Ganz anders sieht es beim Vertrauen in Banken, Sparkassen und Broker aus. Waren es vor der Finanzkrise noch 40% der Privatanleger, die sich von Finanzinstituten zu Aktien beraten ließen, waren dies im Jahr 2013 nur noch 27%.

Die Anzahl der Befragten, die Finanzinstituten und Brokern gute Noten in Vertrauenswürdigkeit, Aktualität und Verständlichkeit bescheinigten ist laut Studie drastisch gesunken. Dies wird auf das rufschädigende Verhalten der Bankmitarbeiter zurückgeführt, das während der Finanzkrise öffentlich wurde und dem Ansehen der Branche nachhaltig geschadet hat.

„Ökonomische Grundbildung ist der beste Verbraucherschutz“

Angesichts der ernüchternden Studienergebnisse fordert Christine Bortenlänger, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Aktieninstituts, dass sich die Politik „für eine bessere finanzielle Grundbildung einsetzen“ solle. Denn, so betont Christine Bortenlänger: „Ökonomische Grundbildung ist der beste Verbraucherschutz – nicht Bevormundung und Verbote. Das Ziel ist der ökonomisch gebildete und mündige Anleger, der nach entsprechender Information bewusst in Aktien und andere Wertpapiere investiert“.

 

Die komplette Studie finden Sie hier:

https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/studien/2014_11_02_DAI_Studie_Verhalten-und-Praeferezen-Deutscher-Aktionaere.pdf

 

Bankrecht-Blogger