Nach ec-Kartenverlust schützt die KUNO-Sperrung vor Betrug

Ob gestohlen oder verloren, wem seine ec-Karte abhandenkommt, sollte diese umgehend sperren lassen. Doch was viele Verbraucher nicht wissen: Eine einfache Kartensperrung bei der Hausbank oder dem Sperrnotdienst allein reicht nicht aus, um eine missbräuchliche Nutzung der Karte zu verhindern. Besser schützt eine sogenannte KUNO-Sperrung bei der Polizei.

Trotz Kartensperrung weiterhin Abbuchungen

Bankkunden, die den Verlust ihrer ec-Karte entdecken, greifen in der Regel sofort zum Telefonhörer und lassen diese sperren. Im Glauben, dass die Karte danach unbenutzbar und das eigene Konto vor Missbrauch geschützt ist, werden viele Betroffene böse überrascht, wenn sie ihren Kontoauszug sehen. Denn trotz Kartensperrung kann diese weiterhin zum Einkaufen mittels elektronischem Lastschriftverfahren genutzt werden. Hier wird lediglich eine Unterschrift verlangt und die Kontodaten gespeichert, um später das Lastschriftverfahren einzuleiten. Ob eine Karte gesperrt ist, wird beim elektronischen Lastschriftverfahren nicht immer abgefragt.

Bei einer Kartensperrung wird die ec-Karte nämlich in erster Linie für das Bezahlverfahren electronic cash und die Benutzung an Zahlautomaten gesperrt. Bei dieser Kartenzahlung muss der Karteninhaber die Geheimzahl eingeben, damit die Bankdaten online mit dem Kreditinstitut abgeglichen werden können. Beim Lastschriftverfahren mit Unterschrift findet nicht immer ein Online-Abgleich statt und eine Unterschrift kann leicht gefälscht werden. Ein Kartendieb oder unehrlicher Finder kann so bei manchen Händlern, die elektronisches Lastschriftverfahren anbieten, einkaufen.

Nur KUNO-Sperrung schützt vor ec-Kartenmissbrauch

Den besseren Schutz vor Betrug bietet hier die sogenannte KUNO-Sperrung. Die Abkürzung KUNO steht für “Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen”. Beim Verlust der ec-Karte sollte der Bankkunde den Diebstahl oder Verlust der Karte bei der nächsten Polizeidienststelle melden. Im KUNO-Sperrsystem kann die Polizei die Kartennummer inklusive Folgenummer speichern (eine Ersatzkarte mit anderer Folgenummer ist von der Sperrung ausgenommen). Die Daten werden dann an die zentrale Meldestelle der Händler weitergeleitet. Händler, die an das KUNO-System angeschlossen sind, können so gesperrte Karten beim Bezahlvorgang erkennen. Da allerdings nicht alle Händler an KUNO teilnehmen, sollten Bankkunden auch weiterhin achtsam sein und Kontovorgänge regelmäßig kontrollieren.

Widerspruch einlegen mit Rücklastschrift

Finden unerlaubte Abbuchungen statt, kann der Bankkunde den Abbuchungen widersprechen. Am einfachsten geht dies über eine Rücklastschrift via Online-Banking. Für Abbuchungen, die nach einer Sperrung erfolgen, muss der Kunde nicht haften.  Für Abbuchungen, die vor einer Sperrung stattfinden, muss im Einzelfall geprüft werden, ob ein Verschulden des Bankkunden anzunehmen ist, insbesondere wenn nicht per Lastschrift, sondern unter Verwendung der PIN über das Konto verfügt wird.

 

Weiterführende Informationen zum KUNO-Sperrsystem finden Sie hier.

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