BGH-Urteil zu Falschberatung bei Immobilienkauf zur Altersvorsorge

Immer mehr Bundesbürger setzen auf Betongold als Altersvorsorge. Eine solche Immobilie soll den Eigentümer im Alter finanziell entlasten, so die Idee. Reicht die Laufzeit des Immobiliendarlehens aber bis weit ins Rentenalter des Käufers, kann von einer Vorsorgemaßnahme keine Rede mehr sein. Im Gegenteil, eine fremdfinanzierte Immobilie, die noch im hohen Rentenalter abbezahlt werden muss, stellt für den Erwerber eine Belastung dar, die bei einer Altersvorsorge aber gerade vermieden werden soll, so der BGH in einem aktuellen Urteil vom 17. Januar 2014.

In dem Fall hat der BGH einer Immobilienkäuferin Recht gegeben, die auf Anraten eines Anlageberaters eine fremdfinanzierte Eigentumswohnung als Altersvorsorge erworben hatte. Das Darlehen, das der Käuferin mit dem Erwerb der Immobilie vermittelt wurde, hätte die Klägerin aber erst im Alter von 78 Jahren vollständig abbezahlt.

Der BGH erkannte zwar an, dass Laufzeiten für Immobilienkredite üblicherweise sehr lang sind. Wird eine Immobilie vom Verkäufer jedoch als Altersvorsorge beworben rechne der Erwerber nicht damit, dass die Laufzeit des Darlehens weit ins Rentenalter reicht. Ein „vernünftiger“ Käufer gehe davon aus, dass eine Immobilie, die zur Alterssicherung gekauft wird, im Rentenalter nicht mehr mit einem Darlehen belastet ist. In einem solchen Fall wurde der Erwerber falsch beraten und kann Schadensersatz und die Rückabwicklung des Kaufvertrages verlangen, weil die Anlage nicht wie vom Verkäufer versprochen der Alterssicherung dient.

Bankrecht-Blogger