Commerzbank muss zu Unrecht erhobene Berechnungsentgelte an Bankkunden zurückzahlen

Bereits vor einem Jahr hatte das OLG Frankfurt in einem Rechtsstreit zwischen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und der Commerzbank ein Urteil gefällt. Das Gericht gab der Verbraucherzentrale Recht, die gegen pauschale Entgelte zur Berechnung bei sogenannten Vorfälligkeitsentschädigungen vorgegangen war. Da die Commerzbank auf Revision verzichtete, ist das Urteil jetzt rechtskräftig.

300 Euro Gebühr für die Ermittlung der Vorfälligkeitsentschädigung verlangte die Commerzbank von Bankkunden, die einen Immobilienkredit vorzeitig auflösen wollten. Dieser Betrag wurde Bankkunden zusätzlich zur eigentlichen Schadenssumme, die der Bank durch entgangene Zinsen entsteht, in Rechnung gestellt. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale führt die Bank diese Berechnung ausschließlich in eigenem Interesse durch und darf diese dem Kunden daher nicht in Rechnung stellen. Auch der Aufwand der Berechnung sei nach Auffassung der Verbraucherzentrale willkürlich angesetzt. Viele Banken berechnen ihren Kunden den Aufwand für die Ermittlung der Vorfälligkeitsentschädigung. Die pauschalen Gebührenbeträge schwanken zwischen 150 und 400 Euro.

Verbraucherzentrale bietet Musterbriefe für Bankkunden zur Rückerstattung unrechtmäßig erhobener Gebühren

Pauschale Berechnungsentgelte sind trotz des Urteils weiterhin gängige Praxis von Kreditinstituten. Laut HEE Rechtsanwälte ist das Urteil nicht auf andere Kreditinstitute übertragbar, da nur die Klauseln der Commerzbank verhandelt wurden.

Wer Kunde der Commerzbank ist und gegen diese und andere pauschale Gebühren Einspruch erheben möchte, kann auf der Webseite der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg Musterbriefe herunterladen: https://www.vz-bawue.de/urteil-gegen-die-commerzbank-ag-rechtskraeftig–kunden-erhalten-entgelte-zurueck

 

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